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Hanni

Monolog mit Musik

Einführungstext

Der Vater, Rossknecht, musste im Sautrog schlafen, sie wurde bei den Bauern wie eine Leibeigene gehalten. Die Geschichte der Hanni ist voll bitterer Not, Armut und Entbehrungen, ein modernes Aschenputtel, nur dass ihr Prinz, „ein Bild von einem Mann“, bald nach der Hochzeit in den Krieg einrücken musste. Hanni und ihr Vater wurden gezwungen, beim Bau der Baracken für das Konzentrationslager Gusen mitzuarbeiten. Später hat sie gesehen, was darin vorging, außerdem die Opfer der Mühlviertler Hasenjagd. Ihre lebensgefährlichen Versuche, den Häftlingen zu helfen, waren wenig aussichtsreich. Als aber nach dem Krieg die Bevölkerung daranging, die Baracken zum Eigennutz auszuschlachten und dort eine Siedlung errichteten, wollte sie damit nichts zu tun haben.
Ihr Mann, ausgezeichnet mit dem „G´frierfleischorden", kehrte erst zwei Jahre später und völlig verändert aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Vom Leben betrogen suchte er Trost im Alkohol und in Weibergeschichten. Da er alles versoff und verspielte, musste
Hanni kämpfen, die sechs Kinder durchzubringen. Ständig Delogierungen, Pfändungen.

Trotz dieses schweren Schicksals hat Hanni nie den Glauben an das Leben verloren. Wenn man die bald Hundertjährige fragt, wie alt sie werden will, sagt sie Hunderttausend. Das Stück, eine Hommage an eine Hundertjährige, zeigt die große Geschichte aus der Perspektive ganz kleiner Leute, deren unerschütterliche Kraft und Lebensmut vorbildlich ist.

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